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Wie soll ich reagieren, wenn ich betroffen bin?

Häusliche Gewalt

ist Partnergewalt und findet zuhause in der Familie, in der eigenen Wohnung statt. Sie wird meist von Männern (ca 83%) ausgeübt und steigert sich im Verlauf der Partnerschaft. Sie wird heftiger, die Abstände werden kürzer. Macht und Kontrolle sind Kennzeichen von häuslicher Gewalt: Es gibt viele verschiedene Formen:

Psychische Gewalt

  • Beleidigungen und Beschimpfungen
  • Demütigungen
  • Drohungen und Erpressung
  • Ständige Kontrolle, auch der Sozialkontakte (Freunde, Familie)
  • Psychoterror und/oder Isolation
  • Zerstörung des Selbstwertgefühls und vieles mehr

Körperliche Gewalt

  • Schläge und Tritte
  • Würgen
  • Verbrennungen 
  • Haare-Ausreißen etc.

Ökonomische Gewalt

  • Entzug von Geld
  • Entzug von Grundrechten: eigene Arbeit, eigenes Konto
  • Schulden machen in ihrem Namen
  • Alleinige Kontrolle über gemeinsame Finanzen etc.

Was ist zu tun?

  • Lassen Sie sich die körperlichen Verletzungen von einem Arzt dokumentieren. Atteste können später für eventuelle gerichtliche Anträge von großer Bedeutung sein.
  • Dokumentieren Sie auch für sich die Übergriffe am besten mit Datum, Ort, Zeit und eventuellen Zeugen*innen.
  • Sichern Sie Beweise wie Nachrichten, Sprachnachrichten und E-Mails.
  • Sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens über Ihre Probleme.
  • Informieren Sie sich über Ihre Rechte.

Sexualisierte Gewalt

gehört zu den schwersten Übergriffen, die Frauen erfahren können. Viele Übergriffe geschehen durch Männer, die den Frauen bekannt sind, häufig auch durch (Ex-)Partner. Sexualisierte Gewalt zerstört Selbstvertrauen, Vertrauen in die Umwelt und erzeugt fast immer das Gefühl tiefster Demütigung. Die Gewalterfahrung führt auch in vertrauensvollen Beziehungen zu Problemen.

Erscheinungsformen sexualisierter Gewalt

  • Anzügliche und aufdringliche Blicke, Gesten und Witze
  • Herstellen unerwünschter Nähe
  • Herbeiführen unerwünschter Berührungen (Begrapschen, Festhalten, Umarmungen, Küssen)
  • Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
  • Aufforderung zu sexuellen Handlungen 
  • Erzwingen von sexuellen Handlungen
  • Vergewaltigung 

Was ist zu tun?

  • Ärztliche Untersuchungen können für die Beweissicherung sehr wichtig sein, auch wenn Sie sie zunächst nicht anzeigen möchten.
  • Sie können Verletzungen und Spuren anonymisiert in der Kreisklinik sichern lassen.
  • Falls möglich, vermeiden Sie zu duschen, um keine Beweise zu vernichten und
  • falls möglich, heben Sie ihre Kleidung und die Unterwäsche auf. Das sind wichtige Beweismittel.
  • Ob und wann Sie anzeigen, ist allein Ihre Entscheidung – wir können Sie dabei unterstützen.

Stalking

ist ein Begriff aus dem Englischen und beschreibt ein willentliches und beharrliches Verfolgen und Belästigen einer anderen Person über einen längeren Zeitraum. Etwa 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Meist sind Ex-Partner die Täter, es können aber auch Arbeitskollegen, Freunde oder Bekannte sein. Seltener sind es Unbekannte. Stalking ist eine Straftat!

Erscheinungsformen

  • Aufsuchen und/oder Beobachten der Betroffenen an der Wohnung, der Arbeitsstelle, im Supermarkt usw.
  • Wiederholte Telefonanrufe zu jeder Tages- und Nachtzeit 
  • Nachrichten auf dem Anrufbeantworter und/oder der Mailbox
  • Massenhaftes Zusenden von Briefen, E-Mails und SMS
  • Ausspionieren des Tagesablaufs
  • Verfolgen bei täglichen Wegen zur Arbeit, zum Sport, zu Bekannten
  • Unerwünschte Geschenke und Bestellungen
  • Zerstörung des Eigentums

Was ist zu tun?

  • Handeln Sie so früh und konsequent wie möglich (keine Aussprache).
  • Machen Sie ihm/ihr deutlich, dass Sie keinen Kontakt wollen.
  • Daraufhin ignorieren Sie jeden weiteren Versuch der Kontaktaufnahme.
  • Dokumentieren Sie Vorfälle in einem „Stalking-Tagebuch“  (Datum, Ort, Uhrzeit, eventuelle Zeugen).
  • Heben Sie Beweismaterialien (SMS, Briefe, E-Mails, sonstige Nachrichte) auf.
  • Informieren Sie sich und andere weiter über das Thema Stalking.

In der Partnerschaft und im sozialen Nahraum
besteht Gewalt gegen Frauen meist aus unterschiedlichen Gewaltformen – einem Gewalt-»System«.
Selten tritt eine Gewaltform isoliert auf.

Digitale Gewalt

findet in unglaublich vielen raffinierten Varianten statt, ändert sich technisch bedingt ständig und entwickelt sich zu einem mächtigen Instrument, Frauen zu stalken, zu diskriminieren und sexuell zu belästigen. Es ist wichtig, erst einmal alle Formen zu definieren und sich zu informieren, wie man sich dagegen wehren kann.

Formen der Cybergewalt

  • Cyberstalking
    – ähnliche Struktur wie Offline Stalking
  • Cybermobbing
    – systematische Ausgrenzung und Schikane z. B. in sozialen Medien
  • Cybergrooming
    – Anbahnung von Kontakten mit Minderjährigen
  • Cyberharrasment
    – z. B. Hate Speech
  • Doxing
    – Sammeln privater Daten, Mittel zur Einschüchterung
  • Bildbasierte sexuelle Gewalt
    – Sexting, Revenge Porn, Deep Fakes
  • Identitätsdiebstahl
    – im Namen eines anderen Onlineeinkäufe tätigen

Was ist zu tun?

  • Dokumentieren Sie auch für sich die Übergriffe am besten mit Datum, Ort, Zeit und eventuellen Zeugen*innen.
  • Sichern Sie Beweise wie SMS-Nachrichten, Sprachnachrichten und E-Mails.
  • Machen Sie Screenshots von Inhalten.
  • Kopieren und sichern Sie Links von Videos.
  • Beantworten Sie keine dubiosen E-Mails.
  • Melden Sie sich bei uns, wir helfen Ihnen weiter.
  • Wir vermitteln Rechtsanwälte und fachlich kompetente Hilfe.
  • Beratungsstelle für betroffene digitaler Gewalt: https://hateaid.org/

Gewalt am Arbeitsplatz

Gerade Frauen sind im Beruf häufig Belästigungen und Übergriffen ausgesetzt und dulden, ohne es zu wollen, viele Anzüglichkeiten und offene Belästigungen. Die von Männern dominierte Berufswelt macht es zudem nicht gerade leicht, dagegen vorzugehen.

Psychische & körperliche Gewalt

  • Demütigungen und Beleidigungen
  • Anzügliche Blicke und Gesten
  • Diskriminierende Witze
  • Herstellen unerwünschter Nähe
  • Herbeiführen unerwünschter Berührungen (Begrapschen, Festhalten, Umarmungen)
  • Drohung mit Arbeitsplatzverlust
  • Mobbing und alle Formen des Stalkings
  • Zerstörung des Selbstwertgefühls und vieles mehr

Was ist zu tun?

  • Versuchen Sie frühzeitig, Distanz zu wahren.
  • Führen Sie über die Übergriffe ein genaues Tagebuch.
  • Notieren Sie Namen von eventuellen Zeugen*innen.
  • Sichern Sie Beweise wie Nachrichten, Sprachnachrichten und E-Mails.
  • Sprechen Sie mit einer Person Ihres Vertrauens (z. B. Betriebsrat) über Ihre Probleme.
  • Informieren Sie sich über Ihre Rechte.

K.O.-Tropfen

Betroffenen (meist junge Frauen) werden K.O.-Tropfen gezielt in Getränke geschüttet, um sie in einen wehrlosen Zustand zu versetzen. Oft folgen daraufhin weitere Tatbestände der sexualisierten Gewalt.

Wirkungsweisen

  • Rasche Wirkung der Tropfen nach Einnahme
  • Zunächst ähnliche Wirkung wie Alkohol; die Selbstbeherrschung nimmt ab; eine leichte Willenlosigkeit setzt ein.
  • Man fühlt sich körperlich benommen, schwindelig; schläfriger Zustand bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Man ist eher enthemmt, euphorisiert, leicht manipulierbar
  • Die Tropfen sind farb-, geruchs- und geschmacklos,
  • lassen sich im Körper nur kurz nachweisen,
    in Blut und Urin bis maximal 8 bis 12 Stunden nach Einnahme möglich.

Was ist zu tun?

  • Das Getränk nie unbeaufsichtigt stehen lassen.
  • Getränke nicht von unbekannten Personen annehmen.
  • Bei einer Einladung zu einem Drink am besten beim Bestellen und Entgegennehmen dabei sein.
  • Bei ersten Anzeichen möglichst von neutralen Personen Hilfe erbitten.
  • Wenn möglich auf dem Smartphone einen Notruf absetzen oder eine Notrufnummer wählen.

Bitte daran denken

Unmittelbar nach einem Übergriff,
insbesondere bei einer Vergewaltigung
sind Betroffene in einem psychischen Ausnahmezustand.

 Jede Frau, jedes Mädchen
reagiert individuell
nach einem Übergriff.

Mögliche Reaktionen:

  • Manche Frauen sprechen unmittelbar im Anschluss über die Tat,
    möchten später aber nicht mehr davon berichten.
  • Andere zeigen starke emotionale Reaktionen, sind wütend, reizbar,
    schämen sich, fühlen sich ohnmächtig oder schutzlos.
  • Viele leiden unter Schlaflosigkeit, Albträumen und Angstzuständen
    und/oder Panikattacken.
  • Manche Frauen sprechen lange nicht darüber
    oder schützen sich durch Verleugnung des Geschehenen.
  • Einige Frauen ziehen sich zeitweise aus ihrem sozialen Umfeld zurück.
  • Andere haben Angst vor dem Alleinsein
    oder halten bestimmte Situationen, in denen sie allein sind, nicht aus.

Wichtige Infos
und weiterführende Links

Themenbezogene
Begriffe

  • verbale sexuelle Belästigung durch beispielweise hinterherpfeifen, anzügliche Kommentare und Laute.
  •  Man versteht darunter die gezielte sexuelle Belästigung von Kindern und Jugendlichen im Internet. Erwachsene bauen hierfür, oft unter Verwendung einer anderen Identität, eine Vertrauensbasis auf um die Betroffenen zu zwingen, sexuellen Handlungen vor der Kamera zuzuschauen oder solche selbst an sich vorzunehmen. Nicht selten kommt es auch zu realen Treffen und Missbrauch.
  • Unter Cyberharassment versteht man das Nutzen des Internets, um unaufgefordert in Interaktion mit einer Person zu treten, oft auch um Beleidigungen, Beschimpfungen und Drohungen auszusprechen. Dies geschieht bspw. durch das Versenden beleidigender E-Mails oder Messenger-Nachrichten und veröffentlichen von Posts oder Kommentaren in sozialen Netzwerken.
  • systematisches und gezieltes Schikanieren und Quälen von Personen über einen längeren Zeitraum in digitalen Netzwerken (private Informationen und Fotos verbreiten, wiederholtes Senden von E-Mails mit Beleidigungen oder Drohungen etc.)
  •  ist Stalking durch E-Mails, Beiträge und Nachrichten über Messenger, Chats oder andere soziale Netzwerke und digitale Medien.
  • Unaufgefordertes zuschicken von Penisbildern.
  • Digitale Gewalt ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen geschlechtsspezifischer Gewalt. Gemeint sind Gewalthandlungen, die sich technischer Hilfsmittel und digitaler Medien (Handy, Apps, Internetanwendungen, Mails etc.) bedienen und Gewalt, die im digitalen Raum, z.B. auf Online-Portalen oder sozialen Plattformen stattfindet. Wir gehen davon aus, dass digitale Gewalt nicht getrennt von „analoger Gewalt“ funktioniert, sondern meist eine Fortsetzung oder Ergänzung von Gewaltverhältnissen und -dynamiken darstellt. (www.akiv-gegen-digitale-gewalt.de)
  • Das Wort setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern „document tracing“ und heißt wörtlich übersetzt „Verfolgen von Dokumenten“. Gemeint ist mit Doxing das Sammeln und Zusammentragen persönlicher Daten im Internet, wie z.B. E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Wohnort, Arbeitsstelle, Geburtsdatum, Adresse der Eltern usw.(www.aktiv-gegen-digitale-gewalt.de)
  • Die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts oder wegen bestimmter Vorstellungen von Weiblichkeit.
  • Der Begriff wurde durch die Soziologin und feministische Aktivistin Diana E. H. Russell geprägt und neu definiert.
  • Wenn Menschen im Netz öffentlich beschimpft, abgewertet oder bedroht werden oder wenn zu Gewalt aufgerufen wird. Auch Vergewaltigungsdrohungen und Aufforderung zum Suizid gehören dazu.
  • nennt man psychische, physische, sexualisierte, ökonomische und digitale Gewalt, die in der Ehe, Partnerschaft, Familie oder nach einer Trennung stattfindet. Die Tat muss nicht innerhalb der gemeinsamen Wohnung stattfinden.

Betroffenen (meist junge Frauen) werden K.O.-Tropfen gezielt in Getränke geschüttet, um sie in einen wehrlosen Zustand zu versetzen.

Gut zu wissen:

  • rasche Wirkung nach Einnahme
  • zunächst ähnliche Wirkung wie Alkohol; Selbstbeherrschung nimmt ab leichte „Willenlosigkeit setzt ein
  • man fühlt sich körperlich benommen, schwindelig, schläfrig bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • man ist eher enthemmt, euphorisiert, leicht manipulierbar
  • sind farb-, geruchs- und geschmacklos
  • lassen sich im Körper nur kurz nachweisen (in Blut und Urin bis max. 8-12 Stunden nach Einnahme möglich)

Wie schütze ich mich

  • das Getränk nie unbeaufsichtigt stehen lassen
  • Getränke nicht von unbekannten Personen annehmen
  • Bei einer Einladung zu einem Drink am besten beim Bestellen und Entgegennehmen dabei sein.
  • Sexting setzt sich aus den englischen Wörtern „sex“ und „texting“ zusammen und bezeichnet das digitale Verschicken oder Austauschen freiwillig erstellter intimer Fotos von sich selbst.
  • Das Motiv für sexualisierte Gewalt ist nicht Sexualität, sondern Macht. Sexualität wird funktionalisiert, um Frauen und Kinder zu demütigen, sie zu erniedrigen und zu unterdrücken, mit dem Ziel, sich selbst als mächtig zu erleben.
  • Begriff aus dem Sexualstrafrecht und meint alle strafbaren Formen von sexualisierter Gewalt an Kindern.
  • In der Öffentlichkeit und auch teilweise in den Medien wird der Begriff sexueller Missbrauch an Kindern oft mit dem Begriff sexualisierte Gewalt vermischt oder gleichgesetzt.
  • Zielt auf heimliches Überwachen einer anderen Person ab. Es ermöglicht in Echtzeit den Zugriff auf Dateninformationen und Kommunikation des Zielgerätes. Die Installation kann mit oder ohne das Wissen der Betroffenen passieren.

ist ein Begriff aus dem Englischen und beschreibt ein willentliches und beharrliches Verfolgen und Belästigen einer anderen Person über einen längeren Zeitraum. Etwa 80% der Betroffenen sind Frauen. Meist sind Ex-Partner die Täter, es können aber auch Arbeitskollegen, Freunde oder Bekannte sein. Seltener Unbekannte.

(Erscheinungsformen:)

  • Aufsuchen und/oder Beobachten der Betroffenen an der Wohnung, der Arbeitsstelle, im Supermarkt usw.
  • wiederholte Telefonanrufe zu jeder Tages- und Nachtzeit 
  • Nachrichten auf dem Anrufbeantworter und/oder der Mailbox
  • massenhaftes Zusenden von Briefen, E-Mails und SMS
  • Ausspionieren des Tagesablaufs
  • Verfolgen bei täglichen Wegen zur Arbeit, zum Sport, zu Bekannten
  • unerwünschte Geschenke und Bestellungen
  • Zerstörung des Eigentums

Kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Wunde“ oder „Verletzung“.

Hier versteht man eine „seelische Verletzung“, die durch ein extrem belastendes oder erschütterndes Ereignis ausgelöst wurde und durch die eigenen psychischen Schutzmechanismen nicht bewältigt werden kann. Es wird oft als (lebens-)bedrohlich erlebt und von Gefühlen massiver Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Auslieferung begleitet.

Als traumatisierend können beispielsweise schwere Unfälle, Erkrankungen und Naturkatastrophen, aber auch Erfahrungen psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt sowie schwere Verlust- und Vernachlässigungserfahrungen erlebt werden.

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